Gedenktafel
 über die Vertreibung der Bewohner des „Kirchspiels Weigelsdorf“

 im Jahre 1946

(Eigenbericht: M. Klemenz, Glandorf, Mitglied des Heimatausschusses „Kirchspiel Weigelsdorf‘.)

Der Heimatausschuß „Kirchspiel Weigelsdorf“ plante seit  Jahren die Erstellung einer Gedenktafel über die Vertreibung  im Jahre 1946, jedoch scheiterte dieses Vorhaben immer an den finanziellen Möglichkeiten. Ein Spendenaufruf an die Heimatfreunde des „Kirchspiels Weigelsdorf“ verlief aber dann so positiv, daß die Planungen sofort in Angriff genommen werden konnten. Unser Ausschußsprecher Gerhard Gubert wurde nun aktiv, und durch eine in Bad Iburg  im August 1999 aufgestellte Gedenktafel der Vertriebenen aus Rengersdorf  b. Glatz kamen wir mit der Bildhauerin Frau Judith von Eßen , wohnhaft in Varel, in Kontakt. Diese Künstlerin, selbst eine Vertriebe Schlesierin, hat bereits an die zwanzig Gedenktafeln für Ortsgemeinschaften erstellt.

Die Gestaltung und Fertigung nach unseren Vorstellungen wurde vereinbart, und die Lieferung erfolgte von der Gießerei-Kunst-Guss, Oldenburg am 04.10.01, so daß sie den Besuchern des regionalen Heimattreffen in Glandorf am 06.10.01 bereits vorgestellt werden konnte. Sie fand allgemein großen Anklang! Es ist eine gegossene Bronzetafel, mit Relief-Buchstabensatz, 50 cm breit, 70 cm hoch. Die Inschrift lautet:


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ZUM GEDENKEN
 AN UNSERE UNVERGESSENE
    SCHLESISCHE  HEIMAT
    KIRCHSPIEL WEIGELSDORF
BEI MÜNSTERBERG, MIT DEN ORTEN:
OBER-UND NIEDERKUNZENDORF,
WEIGELSDORF, TSCHAMMERHOF,
MÜNCHHOF, SCHÖNHARTE
UND EICHAU,
AUS DER WIR 1946 VERTRIEBEN
WURDEN.

                                                 
GLANDORF,
DEN  6. OKTOBER 2001
PATENGEMEINDE
DES KIRCHSPIELS
WEIGELSDORF

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Einvernehmlich mit der Patengemeinde Glandorf erfolgte die Befestigung an einem 2,50 m hohen, und  tonnenschweren Findling, der Kernpunkt des neu gestalteten Thieplatzes ist. Die Einweihung des neuen Ortskerns seitens der Gemeinde Glandorf erfolgte bereits Ende September 2001, unsere Gedenktafel konnte hierbei jedoch noch nicht mit einbezogen werden. Deshalb wurde die Einweihung für den 28. Sept.2002 vorgesehen, den Tag unseres 9. Zentralen Heimattreffen in Glandorf.

An diesem Tag, nach einem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche Glandorf, erfolgte die Enthüllung durch den stellv. Bürgermeister von Glandorf, Herrn August Scheckelhoff  und  Nikolaus Klimek vom Heimatausschuß „Kirchspiel Weigelsdorf“. Die Einsegnung des Mahnmals nahm Herr Prälat Winfried König, Münster, vor. In seiner Gedenkrede erwähnte Herr Klimek: „Wir wollen Spuren hinterlassen, und die Gedenktafel soll Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sein. Die Augen vor den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges nicht zu verschließen, den Kontakt zu den Vertriebenen aufrecht zu erhalten und die nachfolgenden Generationen zu mahnen, all das beinhaltet das Mahnmal“.

Der  Heimatausschuß „Kirchspiel Weigelsdorf“ war geschlossen der Meinung, daß die Zeit für die Erstellung einer solchen Gedenktafel, 55 Jahre nach der Vertreibung, fast überfällig war, da die von der Vertreibung direkt Betroffenen , also die „Zeitzeugen“, immer weniger werden. Wenn aber in zukünftigen Jahren oder gar Jahrzehnten unsere Enkel und Urenkel auf dem Glandorfer „Thie“ an dieser Stelle kurz verweilen und daran denken, daß ihre Groß- oder Urgroßeltern von dieser Vertreibung aus Schlesien im Jahre 1946 auch betroffen waren, dann ist der Sinn und Zweck der Gedenktafel schon erfüllt.

28.07.2011
 
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